Bier und Torgau -
eine historische Verbindung
"Daß nu mein Vater und Mutter und alle gute Freunde desto fröhlicher sind, läßt Euch mein Herr Käthe und ich gar freundlich bitten, daß Ihr uns zum guten Trunk ein Faß des besten torgischen Biers, so Ihr bekommen möget, wollet anher auf mein Kost und aufs allerförderlichste hierher führen lassen."
Schon Martin Luther wusste das Torgauer Bier zu schätzen und bat seinenFreund, den Geharnischten Leonhard Koppe, ihm zu seiner Hochzeit mit Katharina von Bora ein Fass des besten torgischen Biers zu schicken.
Die Geschichte Torgaus als Bier-Stadt reicht zurück bis ins Jahr 1423, zumindest findet sich zu diesem Zeitpunkt der erste Hinweise auf eine Verbindung der sächsischen Stadt und des Gerstensaftes. Mindestens seit diesem Jahr also hatte Markgrafe Friedrich von Meißen der hiesigen Brauzunft das Privileg zuerkannt, als erste in der Region Bier brauen zu dürfen.
Dass dieses Privileg ausgiebig genutzt wurde, zeigt die stattliche Zahl von 1,25 Millionen Litern gebrauten Bieres in einem Jahr.
Bier aus Torgau wurde schnell über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und bis Halle, Leipzig, Erfurt, Weißenfels sowie Dresden geliefert.
So sagte man vom Brauwasser, das zahlreichen Quellen der umliegenden Heidelandschaft entstammte, "es stärcket alle principalischen Glieder des menschlichen Leibes", habe eine dunkle Farbe und einen aromatischen Geruch. Zudem fand auf den Torgauer Äckern ein besonders kräftiges Gerstenkorn seinen Ursprung.
Aber dies alles wäre nicht viel wert gewesen, hätte nicht die hiesige Bürgerschaft die hohe Kunst des Bierbrauens so perfekt beherrscht.
Zwar entstammt das Torgauer Bier heute nicht mehr zahlreichen Hausbrauereien, doch führt das Brauhaus Torgau die Geschichte des Torgauer Bieres fort und hält damit einen Teil sächsischer Braukunst in Ehren.
Torgauer Frische erleben!
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